Scotland, the brave

Breathes there the man, with soul so dead,
Who never to himself hath said,
This is my own, my native land!
Land of brown heath and shaggy wood,
Land of the mountain and the flood,
Land of my sires! What mortal hand
Can e’er untie the filial band,
That knits me to thy rugged strand!

Scotland. SCOTLAND, THE BRAVE!

Breathes there the man by Sir Walter Scott
(Schlussmoderation des „Royal Edinburgh Military Tattoo 2019“)

Der Auszug aus dem Gedicht „Breathes there the man“ von Sir Walter Scott ertönt immer am Ende des Finales hier beim Royal Edinburgh Military Tattoo, nachdem der Lone Piper sein „Soldier lie down on your pee pickle straw“ erklingen liess. Dabei ist die Esplanade in völlige Dunkelheit getaucht und während der Rezitation wird langsam wieder bläuliches Licht eingeblendet. Für mich ist das immer ein Moment der Ruhe, in dem man selbst ein wenig ins Grübeln kommt.

Ich war früher nie ein Freund von Gedichtsinterpretation (je nach Geschmack und Einstellung kann man vieles in etwas interpretieren!), aber in diesem Auszug sehe ich einfach die unlösliche Verbundenheit zu seinen Ursprüngen und zu seiner Base. Egal wie stressig es ist und wieviel auf einen einprasselt, sollte man sich immer seiner Wurzeln bewusst sein und vielleicht ab und an zu diesen zurückkehren.

Bevor wir mit dem Musikkorps hier nach Schottland geflogen sind, habe ich mir mit meiner Frau in meinem Sommerurlaub ein paar Tage Auszeit an der Nordsee gegönnt, meiner Heimat. Eine kleine Ferienwohnung in Hooksiel, Selbstverpflegung – mehr brauche ich in einem Urlaub eigentlich nicht. Ich sollte dann vielleicht meine Sportklamotten nicht zu Hause vergessen xD
Dort entstand dann folgendes Bild:

Meiner einer vor der Nordsee
Ein Moment der Stille

Ich stand geschlagene 10 Minuten dort, die Augen geschlossen, die Hände in den Hosentaschen und ich meditierte im stehen. Ich genoss das Rauschen der Nordsee, den Geruch der Seeluft. Ich war quasi vollkommen eins mit mir und der Umwelt. Meine Frau sagte dann irgendwann zu mir: „Nun weiß ich auch, wieso Du so entspannt im Wesen bist!“ Was das angeht, ergänzen wir uns eigentlich sehr gut. Meine Frau ist so die „Bumms-dich-durch-die-Tür-Sauerländerin“ (mit Liebe gemeint) und ich bin halt der entspannte Ostfriese von der Küste. Wobei meine ruhige Art einen größeren Einfluss auf meine Frau hat, als ihre Art auf mich :-p

In diesem Sinne versuche ich jetzt noch die letzten Tage und Shows hier in Edinburgh zu genießen, bevor es dann nach 4 langen Wochen endlich wieder nach Hause geht.

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