Schottland 2019

Einer der wenigen positiven Aspekte meines derzeitigen Berufes sind die unterschiedlichen Dienstreisen ins Ausland. Meine erste war im Oktober 2013 für eine Woche zur Truppenbetreuung nach Kabul, Afghanistan.


Für mich war es interessant endlich mal das zu sehen, was man sonst nur aus Berichten im Fernsehen oder aus Unterrichten in der Grundausbildung kennengelernt hat: Ein Krisengebiet. Nun waren wir zu einer Zeit da, wo es in Afghanistan viel ruhiger war, als am Anfang.
Die nächsten Reisen gingen dann im April 2016 nach Norfolk, Virginia (USA) zum Virginia International Tattoo. Das schöne an solchen Reisen ist für mich, neues zu sehen. Eine Reise in die Staaten war für mich schon immer ein großer Traum, umso glücklicher war ich, dass wir dann endlich dienstlich dorthin geflogen sind. Ich freue mich immer sehr, neue Leute aus internationalen Orchestern kennenzulernen. Man kommt in Gespräche, lernt vielleicht noch ein paar unbekannte Dinge aus für uns fremden Kulturen und kann sogar seine Sprachkenntnisse verbessern und weiter ausbauen. Einher gehen dann (fast) immer der Austausch von Gastgeschenken (meine Wall of Memories freut sich)

2017 und 2018 durften wir dann die Int. Soldatenwallfahrt nach Lourdes musikalisch begleiten und umrahmen. Für mich einfach unvergessen. Ich selbst bin kein gläubiger Mensch, aber dieser Ort hat eine nicht greifbare Präsenz inne, die einen zum meditieren (oder andere zum beten) einlädt.
Mitte des Jahren ging es dann nach Finnland zum Hamina Tattoo. Nach 2016 war es das zweite Tattoo, an welchem ich teilnehmen durfte. Ich muss sagen, ich war durch die Atmosphäre und das ganze drum herum vom VIT schon sehr verwöhnt, sodass ich von Hamina schon etwas enttäuscht war. Unser Hotel lag ausserhalb in einer anderen Stadt, sodass der Kontakt zu den anderen Orchestern sich nur auf ein minimales Zeitfenster vor den Auftritten beschränkt hat. Dennoch hatte ich Zeit und Gelegenheit, mich nach 2 Jahren wieder mit einem guten Bekannten der United States Quantico Marine Corps Band zu treffen und zu unterhalten. Natürlich wurde hier auch wieder fleissig getauscht, sodass für mich ein kleiner Traum in Erfüllung ging und seit dem eine Uniform des Marine Corps in meinem Schrank hängt.

Kaum zwei Monate später ging es dann mit unserer Egerländerbesetzung nach Norwegen. Feierlichkeiten zum 3. Oktober und ein Oktoberfest sollten musikalisch umrahmt werden.
Für die Hintour hatte ich mich mit einem Kollegen freiwillig gemeldet, den Transporter mit unseren Instrumenten und dem Gepäck nach Stavanger zu fahren. Also knappe 800km Richtung Norden, in Deutschland komplett auf der A7. In Dänemark ging es bis Hirtshals, von dort über Nacht mit der Fähre nach Stavanger weiter. Landschaftlich war der Trip auf jeden Fall sehenswert, auch wenn wir es aufgrund des Wetters nicht zum Preikestolen geschafft haben, DEM Aussichtspunkt in Norwegen schlechthin. Dennoch haben wir einiges erleben dürfen, die Eindrücke habe ich mir auf jeden Fall bildlich gespeichert.


Nun sitze ich also hier in Edinburgh, Schottland und nehme am „Royal Edinburgh Military Tattoo 2019“ teil.
Ich bin mit unterschiedlichen Erwartungen an dieses Event gegangen. 4 Wochen ausser Haus und weg von der Familie zu sein, sind eine Herausforderung – keine Frage. Aber ich bin 4 Wochen in einem Land (einem Länderverbund – UK), in dem ich mich generell gerne aufhalte. 4 Wochen Englisch reden, wiederum neue Leute kennenlernen, Kontakte knüpfen, etc. Im Vorfeld hatte ich schon etwas von diesem Tattoo gehört, DAS bekannteste, größte und Erfolgreichste seiner Art. Da ist es eine besondere Freude und Ehre, hier teilnehmen zu dürfen.

Die erste Woche war eigentlich nur geprägt von Proben und langem Herumstehen. Die Shows und gerade das Finale hingegen sind jedesmal Gänsehautfeeling pur; knappe 9000 Zuschauer pro Show.

to be continued…

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